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Stilrichtungsreferent SHOTOKAN


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Shotokan
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Tora no maki, das Symbol des Shotokan

Der Begriff Shotokan ("Haus des Shoto“) bezeichnet eine Stilrichtung in der japanischen Kampfkunst Karatedo.

Inhaltsverzeichnis
1 Merkmale des Stils
2 Geschichte
3 Kata
4 Weblinks
5 Literatur

Merkmale des Stils
Der Shotokan-Stil ist die am weitesten verbreitete Stilrichtung im Karatedo. Charakteristisch für diese Stilrichtung ist ein tiefer Stand, der dynamische und kraftvolle Bewegungen ermöglicht. Der tiefe Stand wird in erster Linie im Training der Grundschule Kihon und der Kata sowie in den Basis Kumiteübungen praktiziert. Hintergrund dessen ist, dass so die Muskelatur und die Bänder stehts gedehnt werden um im Kampf eine hohe Reichweite zu erzielen. Hauptmerkmal des Shotokan-Stils ist der Kampf in einer möglichst weiten Distanz zum Gegner. Im Kumite-Shihai und im Jiyu-Kumite steht der Karateka locker und um einiges höher. Ein weiteres Merkmal des Shotokan-Stils ist, dass jede Hand- und Fausttechnik mit einer Drehung um die Längsachse von Arm und Hand durchgeführt wird. Jede Shotokan-Technik kann entweder als eine Angriffstechnik oder als eine Verteidigungstechnik eingesetzt werden. Wendungen der Stände (jap. ??, mawari; Kommando: ???, mawatte) werden im Gegensatz zum z. B. Goju-ryu oder Shito-ryu vom hinterem Fuß initiiert. Shotokan-Techniken zielen, im Gegensatz zu oben genannten Stilen, auf die vertikale Körpermitte des Gegners, also die Linie vom Kinn über Solarplexus bis zu den Genitalien.


Geschichte
Funakoshi Gichin, geboren 1868 in Shuri auf Okinawa und ursprünglich als Hauptschullehrer tätig, wird heute als Begründer des Shotokan-Karate angesehen. Sein Stil basiert auf Matsumuras Shorin-ryu. Shoto war Funakoshis Künstlername und bedeutet Pinienrauschen – seine erste eigene Trainingshalle (im Frühjahr 1935 in Tokyo eingeweiht) wurde aus diesem Grund Shotokan („Haus des Shoto“) genannt. Diese Bezeichnung wurde später für seinen Karate-Stil übernommen. Funakoshis Zielsetzung war:

Schulung von Geist, Charakter und innerer Einstellung. „Bevor du den Gegner besiegst, musst du dich selbst besiegen.“
„Man kann sehr sehr lange trainieren, aber wenn man immer nur Hände und Füße bewegt und wie eine Marionette umherspringt, dann ist Karate nicht anders als Tanzen lernen. Man wird die Hauptsache verfehlen. Es wird so nicht gelingen, die Quintessenz des Karate-do zu begreifen.“ – Funakoshi Gichin, J. Hyams (1979, 87)
Wichtig war ihm außerdem auch der Selbstverteidigungsaspekt des Karate. Von Funakoshi stammt die im heutigen Wettkampfkarate kaum mehr beachtete Maxime: „Im Karate gibt es keine erste Hand.“ (D. h. ein Karateka soll niemals, auch nicht präventiv, zuerst angreifen.)
Funakoshis dritter Sohn Yoshitaka Giko entwickelte 1938–1945 als Hauptlehrer im Shotokan-Dojo tiefere und längere Stellungen und ab 1943 Gohon-Kumite, Sanbon-Kumite und Ippon-Kumite. Insgesamt ein dynamischerer und kämpferischerer Stil. Außerdem den Mawashi-Geri, Yoko-Kekomi, Yoko-Keage, Ura-Mawashi-Geri und Fumi-Komi. Kase Taiji Sensei entwickelte zeitgleich als Schüler Yoshitakas den Ushiro-Geri und den Kaiten-Geri. Kaiten (jap.: ??, "Rückkehr in den Himmel")

Professor Nakayama Masatoshi (1913–1987), Schüler von Gichin Funakoshi, studierte 1937–1946 unter anderem in China Kampfkünste. Er gründete 1949 an der Takushoku-Dai Universität mit Nishiyama und Takagi die Japan Karate Association JKA (??????, Nihon Karate Kyokai). Nakayama entwickelte das Jiyu-Kumite, welches später die Grundlage für den Wettkampf im Shotokan-Karate darstellte. Die spezielle Form des Kumite ermöglichte eine realistischere Kampfsimulation und eine gute Grundlage für die strategische Analyse, die auch zur Verbesserung der Selbsteinschätzung führte. Die korrekte Ausführung der Techniken wurde durch die Schiedsrichter kontrolliert. Nach dem Krieg war Nakayama Direktor der sportwissenschaftlichen Fakultät der Takushoku-Universität in Tokyo. So kam es erstmals zu einer wissenschaftlichen Aufarbeitung des Karate. Standardwerke wie das reich bebilderte „Dynamic Karate“ und die mehrbändige Buchserie „Karate-Perfekt“ entstanden. Außerdem fand eine sportwissenschaftliche Zusammenarbeit mit Okazaki Teruyuki (* 1931) damals in der JKA, an der Universität von Long Island in New York statt. Wettkampfregeln wurden schließlich im Jahr 1951 an der Waseda-Universität mit Oshima entwickelt.

Mitglieder der JKA waren unter anderem Kase Taiji, Kanazawa Hirokazu, Enoeda Keinosuke, Tsuyama Katsunori, Shirai Hiroshi, Yahara Mikio, Kawasoe Masao, Tanaka Masahiko, Abe Keiko, Asai Tetsuhiko. Nach dem Tode Funakoshis spalteten sich dessen Anhänger in zwei Gruppen. Eine ist die Japan Karate Kyokai, die andere die Shotokai von Egami Shigeru (1912–1981). Egami, ein Schüler Funakoshis und mehr Mystiker, lehnte Nakayamas Weg als zu sportlich ab und gründete 1958 das Shotokai Karate. Shotokai Karate veranstaltet keine Wettkämpfe. Die Katas sind mit den Shotokan-Katas weitgehend identisch. Nach der Abspaltung der JKA veränderte Egami sein Karatekonzept, das sich bisher an Yoshitaka Funakoshis Auffassung anlehnte, wobei er vom Aikido, Taijiquan und Qigong beeinflusst wurde. Hier unterscheidet sich das Shotokai vom Karate der JKA unter Nakayama, die heute versucht zu ihren Wurzeln zurückzukehren.

Kanazawa Hirokazu (* 1931) gründete 1974 mit den Meistern Asano Shiro, Miura Masuru, Nagai Akio, Kawasoe Masao und Koga Rikuta die Shotokan Karate International SKI.

Professor Kase Taiji (*1929–2004) gründete 1989 mit Meister Shirai Hiroshi die WKSA in Mailand, die 1999 in die Shotokan-Ryu-Kase Ha Instructor Academy überging.
Nach Nakayamas Tod konnte er sich mit der immer weiter um sich greifenden Versportlichung des Karate-Do innerhalb der JKA nicht mehr identifizieren. Am 24. November 2004 starb Shihan Kase.

Kata
Im Shotokan werden folgende Kata trainiert:

Taikyoku shodan  
Heian shodan
Heian nidan
Heian sandan
Heian yondan
Heian godan

Tekki shodan
Tekki nidan
Tekki sandan

Bassai dai
Jion
Empi
Kanku dai
Hangetsu

Gankaku
Bassai sho
Nijushiho
Chinte
Sochin
Wankan
Kanku sho
Meikyo
Gojushiho dai
Gojushiho sho
Jitte
Jiin
Unsu
 

Quelle: Wikipedia


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